Dulsberger Enthüllungen: & weitere Bösartigkeiten ist eine Anthologie von André Dessaules und Thomas Sichelschmied
Im Vorwort heißt es:
Wie kam unser Büchlein zu seinem ungewöhnlichen Namen? Ursprünglich gab es einmal die Beiträge Der Dulsberg muss weg! und Das Geheimnis von Dulsberg für eine Textsammlung zum Thema Dulsberg. Für alle nicht aus Hamburg stammenden: Dieses ist der Name eines Stadtteils, der, und das mag das Besondere an ihm sein, über alles, nur nicht über einen namensstiftenden Berg verfügt. Die Anthologie kam in Buchform leider nie zustande. Schade, wie wir meinten. In uns reifte die Idee, das Geschriebene trotzdem zu veröffentlichen. Und da wir gerade dabei waren (und noch Platz übrig war), haben wir ausgewählte Geschichten und Gedichte dazugelegt, sozusagen als weitere Bösartigkeiten.
Jetzt hat es auch das Abendblatt erkannt, dass man Dulsberg nicht einfach links liegen lassen kann. Dulsberg ist sicherlich kein In-Viertel und wird es auch nicht werden. Trotzdem hat sich in den letzten Monaten und Jahren einiges getan. Wegen engagierter Einwohner, die etwas auf die Beine stellen. Da kommt sicherlich zu Gute, dass junge Hamburger Dulsberg – hauptsächlich wegen der Mieten und der recht verkehrsgünstigen Lage – für sich entdecken. Es tut sich was!
Kultur bedeutet in Dulsberg nicht nur noch der Kulturhof, der sicherlich viele Aktionen mit anschiebt.
Der regelmäßige Poetry Slam wird zwar vom Kulturhof unterstützt, aber wurde seinerzeit von Florian Kahl angeleiert. Jemand, der freiberuflich Veranstaltungen organisiert hat.
Einen ähnlichen Ansatz gibt es beim Literaturquickie oder “My Time”. Hier haben Nachwuchs- und Hobbyautoren sowie erfahrene Schreiberlinge im Café Dulsberg 20 Minuten bzw. 8 Minuten Zeit, um ein eigenes Werk vorzutragen.
Und was hat das mit Dulsberg zu tun?
Sicherlich, der Film könnte teilweise auch in Dulsberg spielen, einem Stadtteil in einer Großstadt, der nicht unbedingt als hip gilt. Doch das wäre in diesem Fall zu weit gegriffen. Denn Blutzbrüdaz hat echten Dulsberg-Bezug. Durch den Regisseur.
Wie haben sich die Kulturangebote und Besucherprofile im Kulturhof entwickelt? Haben die Anwohner Ideen und Wünsche für neue Angebote? Wie können Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen bei Projekten und Veranstaltungen zusammen kommen und etwas gemeinsam machen?
Fragen, die wichtig für einen kulturellen Stadtteil sind.
Damit auch für Dulsberg, wo sich besonders das Stadtteilbüro immer wieder positiv hervortut. Wie man hört, sind sie auch immer offen für neue Ideen. Florian Kahl mit seinem regelmäßigen Poetry Slam ist das beste Beispiel dafür.
Dabei legt man in Dulsberg großen Wert auf Kommunikation und Transparenz. Auf dem 4. Dulsberger Kulturratschlag sollen über kommende Aktionen im Stadtteil diskutiert werden. Ganz nach dem Motto „Gemeinsam für Kultur im Stadtteil“.
“Chiko” lief bereits im Kino und wurde dort von 80.000 Zuschauern gesehen. In der Hauptrolle spielt der geniale Moritz Bleibtreu. Produzent war Fatih Akin. Das spricht für sich. Der Film soll echt genial sein.
Die Kehrtseite der Medaille: Dulsberg wird mal wieder als Gangsterstadtteil dargestellt. Ich werde mir dann wohl mal wieder anhören müssen, dass bei mir umme Ecke täglich Menschen umgebracht werden.
Kann aber Schlimmeres geben.
Ein Beitrag auf wasgehtinhamburg hat mich zu einem Artikel im Spiegel geführt. Dabei geht es groß und breit um Gentrifizierung und die Vorgänge im Gängeviertel. Irgendwann kommt der Artikel aber auch zum kleinen Hamburger Stadtteil Dulsberg. Dabei kommt der Stadtteil nicht gut weg. Empörung bei wasgehtinhamburg:
„Dulsberg ist ein grauer kriegszerstörter Stadtteil im Osten von Hamburg“, so beschrieb Spiegel-Autor Philipp Oehmke zum Beispiel das Viertel vor gut einem Jahr. Kein Ort für Künstler. Die gingen lieber nach Altona. Dass der Autor je einen Schritt in das Quartier gesetzt hat, ist zu bezweifeln.
Sicherlich fielen diese Worte in dem Artikel, aber sind ganz klar keine eigenen Worte vom Autoren oder gar die Meinung. Denn Oehmke bedient sich in dem Text auf indirekte Rede und zitiert mit diesen doch krassen Worten einem Gesprächspartner auf einer Diskussionsrunde im Gängeviertel.
Weiterlesen“Ich habe bei dem Abendessen gesagt: Warum gehen die Künstler nicht nach Dulsberg, wo es billig ist?” Dulsberg ist ein grauer, kriegszerstörter Stadtteil im Osten von Hamburg.
In Dulsberg könne man doch nicht kreativ sein, habe ihm einer geantwortet.
Der Herbst ist für Viele nicht die Lieblingsjahreszeit. Nach warmen Monaten müssen erstmals wieder Pullover und Jacken hervor gekramt werden. In diesem Jahr ist es schon jetzt bitterkalt. Handschuhe, Schal und Mütze gehört mittlerweile schon dazu, wenn man das Haus verlässt. Und da es in diesen Tagen regelmäßig regnet, verzieht man sich lieber auf das Sofa. Nur in Dulsberg nicht. Hier steht die Herbstlese auf dem Programm.
Vom 2. bis zum 14. November 2010 findet im Rahmen des Stadtteilfestivals zahlreiche Veranstaltungen statt. Mehr als 20 Events laden die Bewohner des Stadtteils und Besucher aus ganz Hamburg zu Kunst, Kultur und Musik ein.
WeiterlesenDas Straßenfest Dithmarscher Straße war ein großer Erfolg und ein schönes Event für Dulsberg. Zudem friedlich, im Gegensatz zu anderen Festen in Hamburg. Auch musikalisch war der Samstag zufriedenstellend, wie auch Kai findet.
WeiterlesenPoetry Slams haben in den letzten Jahren einen festen Platz im deutschen Nachtleben eingenommen. Nicht nur bei Literaturfreunden, sondern in breiten Schichten sich Poetry Slams äußerst beliebt. Hier wird mit allen Mitteln gekämpft. Jedoch nur mit verbalen. In fünf Minuten können Literaten und Hobby-Dichter ihre Texte einem Publikum vortragen. Die Zuschauer fungieren dann als Jury und können einen Beitrag vorzeitig beenden oder die Zeit des Autoren weiter verlängern. Dadurch entsteht meistens ein lebendiges und unterhaltsames Programm mit verschiedenen Charakteren und grandiosen Texten. Oft wirklich fesselnde Momente oder einfach nur durchgeknallte Storys von schrägen Typen.
Hamburg ist in den letzten Jahren zu einer Hochburg deutscher Poetry Slams geworden.
Jetzt auch in Dulsberg!
Am 27. April 2010 findet im Kulturhof erstmals ein Slam in unserem Stadtteil statt.
Ab 20:00 sind die Pforten geöffnet und dann darf munter gebattled werden.
Weitere Informationen gibt es auch bei mySpace.
www.myspace.com/dulsbergslam
Damit die Veranstaltung zum Erfolg wird, seid ihr gefordert. Als Gäste, Zuhörer und Kritiker, aber auch als Vortragende. Denn aktuell sind noch Plätze im Programm frei. Wenn du also Lust hast, dein Talent einem netten Publikum zu präsentieren, dann melde dich am Besten bei Florian Kahl. Einfach eine Mail an Slam@dynamicstylez.COM.
Der Dulsberger Poetry Slam soll zur festen Institution werden und dann alls drei Monate am letzten Dienstag des Monats stattfinden. Hingehen, mitgestalten und genießen!
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