Es taut! Endlich. Wochenlang sind wir über eine eingeeiste Fläche geschlittert, haben massenhaft Sand in die Wohnung getragen und uns immer wieder am plötzlich einsetzenden Schnee ergötzt. Seit einigen Tagen befinden sich die Temperaturen über dem Nullpunkt. Die Eisschmelze setzt ein. Wenn dann noch die Sonne durchkommt, kann man fast schon erste Frühlingsgefühle bekommen. Das Wichtigste in diesen Tagen sind jedoch die Gehwege. Die entledigen sich allmählich ihrer Eisschicht. Fleißige Helfer im Dauereinsatz tun ihr Übriges dafür, dass wir wieder sicherer unterwegs sind. Gut, etwas mit naßen Füßen, aber immerhin auf richtigen Steinplatten.
Und siehe da. Alte Bekannte findet man dadurch wieder.
Ich bin gestern von U-Bahn Straßburger Straße Richtung Alter Teichweg unterwegs gewesen. Die Gehwege waren noch reichlich dreckig. All der Sand und Splitt, der da rumlag. Aber halt auch viele einzelne rote Papierfetzen, die aus ihrer Eisschicht befreit wurden. Quasi wie der Yeti, der aufgetaut ist. Sie liegen da und warten auf den großen Besen.
Bis der kommt, könnte man meinen, wir haben Neujahr.
Haufenweise Böllerreste, Raketenstiefel und anderes Silvesterzeugs wurde vom Schnee und Eis konserviert. Irgendwie schön. Wenn nicht schon fast März wäre.
Es war so groß angekündigt, die Unwetterfront von Tief Daisy sollte über Hamburg einbrechen und für großes (Verkehrs)Chaos sorgen.
In Dulsberg ist es bis dato recht still geblieben. Das Wetter gleicht eher dem der letzten Tage. Es ist eisig kalt, die Sonne lässt sich nicht blicken, dafür fällt immer wieder Schnee.
Aber das Jahrzehntetief sieht anders aus. Zum Glück können wir trotzdem sagen. Winter gut und schön, aber Chaos muss wirklich nicht sein. Dann doch lieber leichter Schnee, der den Dulsberger Grünzug in ein helles Weiß hüllt.
Mal sehen, was der Nachmittag und die weiteren Tage noch so bringen.
Weiterlesen
