Jetzt hat es auch das Abendblatt erkannt, dass man Dulsberg nicht einfach links liegen lassen kann. Dulsberg ist sicherlich kein In-Viertel und wird es auch nicht werden. Trotzdem hat sich in den letzten Monaten und Jahren einiges getan. Wegen engagierter Einwohner, die etwas auf die Beine stellen. Da kommt sicherlich zu Gute, dass junge Hamburger Dulsberg – hauptsächlich wegen der Mieten und der recht verkehrsgünstigen Lage – für sich entdecken. Es tut sich was!
Kultur bedeutet in Dulsberg nicht nur noch der Kulturhof, der sicherlich viele Aktionen mit anschiebt.
Der regelmäßige Poetry Slam wird zwar vom Kulturhof unterstützt, aber wurde seinerzeit von Florian Kahl angeleiert. Jemand, der freiberuflich Veranstaltungen organisiert hat.
Einen ähnlichen Ansatz gibt es beim Literaturquickie oder “My Time”. Hier haben Nachwuchs- und Hobbyautoren sowie erfahrene Schreiberlinge im Café Dulsberg 20 Minuten bzw. 8 Minuten Zeit, um ein eigenes Werk vorzutragen.
WeiterlesenUnd was hat das mit Dulsberg zu tun?
Sicherlich, der Film könnte teilweise auch in Dulsberg spielen, einem Stadtteil in einer Großstadt, der nicht unbedingt als hip gilt. Doch das wäre in diesem Fall zu weit gegriffen. Denn Blutzbrüdaz hat echten Dulsberg-Bezug. Durch den Regisseur.
Nach endlosen Problemen mit Alice und dessen Router hatte ich mich zum Anbieterwechsel entschieden und war bei Kabel Deutschland gelandet. Gute Bewertungen, tolle Qualität und ein starker Preis. Die Bestellung war schnell abgeschickt, der laufende Vertrag gekündigt und die Vorfreude, zwei Monate später wieder ungestört ins Internet zu kommen (und zu bleiben) war groß.
Bis eine Woche vor Vertragsbeginn, als mir Kabel Deutschland schriftlich mitteilte, dass man von meinem Vermieter keine Erlaubnis bekommen hätte, mich zu beliefern. Unglaublich eigentlich, dass wir in einem freien demokratischen Land nicht das Recht haben unseren Telefon- und DSL-Anbieter frei zu wählen.
“Die Menschen zieht es in die Stadt. Das Schließen von Baulücken ist ein großes Thema.”
Wurden in diesem Jahr 700 Wohnungen in Hamburg aufgewertet, sollen 2012 gleich 1.500 Wohnungen renoviert werden. Gerade im Osten Hamburgs sieht die Wohnungsgesellschaft großes neues Potenzial. Allerdings besteht dadurch die Gefahr, dass die Mieten in den Stadtteilen auch steigen werden. Die Frage ist, wie hoch. Denn durch gesteigerten Komfort kann die SAGA durchaus mehr Geld verlangen. Das ist normal. Halten sich die Erhöhungen im Rahmen, sehe ich kein Problem darin. Denn gerade durch eine bessere Dämmung lassen sich Heizkosten sparen.
Wie haben sich die Kulturangebote und Besucherprofile im Kulturhof entwickelt? Haben die Anwohner Ideen und Wünsche für neue Angebote? Wie können Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen bei Projekten und Veranstaltungen zusammen kommen und etwas gemeinsam machen?
Fragen, die wichtig für einen kulturellen Stadtteil sind.
Damit auch für Dulsberg, wo sich besonders das Stadtteilbüro immer wieder positiv hervortut. Wie man hört, sind sie auch immer offen für neue Ideen. Florian Kahl mit seinem regelmäßigen Poetry Slam ist das beste Beispiel dafür.
Dabei legt man in Dulsberg großen Wert auf Kommunikation und Transparenz. Auf dem 4. Dulsberger Kulturratschlag sollen über kommende Aktionen im Stadtteil diskutiert werden. Ganz nach dem Motto „Gemeinsam für Kultur im Stadtteil“.
Muska N. tauchte in Kopftuch und Gewand auf, die nur Gesicht und Hände frei lassen. Mehrere Lehrer zeigten sich empört. Eltern sollen sich jedoch nicht beschwert haben. Was daran liegen dürfte, dass die meisten Schüler und Eltern in einem multikulturellen Umfeld aufwachsen, in dem das Kopftuch keine Seltenheit ist.
Die Frage ist jedoch, wie die Geschichte weitergeht und welche Auswirkungen sie hat. Deutschland ist mittlerweile ein Land verschiedener Kulturen. Menschen mit anderen religiösen Ansichten sollten die Möglichkeit haben, ihre Religion frei ausleben zu können. Auch im Alltag, wozu der Beruf nun mal gehört. Besonders, das es kein Gesetz gibt, dass eine “Verschleierung” verbietet.
Im kleinen Hamburger Stadtteil ist die Zahl der Alleinerziehenden-Haushalte am Größten. Während im gesamten Hamburger Raum 30,5 Prozent aller Kinder mit nur einem Elternteil aufwachsen, liegt in Dulsberg der Wert bei deutlich über 40 Prozent.
47,7 Prozent beträgt der Anteil der Alleinerziehenden-Haushalte! Das sind fast 700 Haushalte mit Kind und nur einem Erziehungsberechtigten. Der Anteil der Haushalte mit Kindern liegt derweil unter dem Hamburger Durchschnitt. 1.453 Haushalte mit Kindern entspricht einen Anteil von 12,5 Prozent an allen Dulsberger Haushalten (Hamburger Durchschnitt: 17,5 %). Woran liegt das? Ziemlich sicher an den niedrigen Mieten, die immer mehr Studenten nach Dulsberg kommen lässt. Zudem ist die Zahl der alten Menschen nicht ganz gering. Mit Kindern zieht man auch nicht ohne Bedenken nach Dulsberg, wenn man hier nicht aufgewachsen ist. Also alles halb so wild.
“Chiko” lief bereits im Kino und wurde dort von 80.000 Zuschauern gesehen. In der Hauptrolle spielt der geniale Moritz Bleibtreu. Produzent war Fatih Akin. Das spricht für sich. Der Film soll echt genial sein.
Die Kehrtseite der Medaille: Dulsberg wird mal wieder als Gangsterstadtteil dargestellt. Ich werde mir dann wohl mal wieder anhören müssen, dass bei mir umme Ecke täglich Menschen umgebracht werden.
Kann aber Schlimmeres geben.
